Berufspolitik
Komplementärtherapie als eidg. Beruf
Ein zentraler Wendepunkt war die Volksabstimmung von 2009. Damals nahm die Schweizer Bevölkerung den Verfassungsartikel 118a „Komplementärmedizin“ an. Dieser verpflichtet Bund und Kantone, Komplementärmedizin im Gesundheitswesen zu berücksichtigen.
Die Berufspolitik der Komplementärtherapie (KT) in der Schweiz ist heute vergleichsweise stark institutionalisiert und professionalisiert und hat sich aus einem «Nischenberuf» zu einem bundesrechtlich geregelten Gesundheitsberuf entwickelt.
Das hatte konkrete Folgen:
- Aufbau eidgenössisch geregelter Berufsabschlüsse
- mehr Qualitätsstandards in den Ausbildungen und therapeutischen Kompetenzen
- Integration des Berufes in Teile des Gesundheitswesens
- bessere Anerkennung bei Zusatzversicherungen
Die wichtigste berufspolitische Institution ist die:
Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie (OdA KT). Im Sinne des SBFI organisiert und reglementiert sie die Ausbildungen und Methoden-Identifikationen.
Der Weg zu diesem Beruf sieht typischerweise so aus:
- Methoden-Ausbildung, bei uns die Atemtherapie
- Tronc commun / medizinische Grundlagen
- Branchenzertifikat OdA KT
- Berufspraxis + Supervision
- Höhere Fachprüfung
- Eidg. Diplom
Kassenanerkennung
Ein zentrales berufspolitisches Thema ist die Anerkennung der Krankenkassen durch Zusatzversicherungen.
Wichtig sind hier insbesondere:
- EMR (ErfahrungsMedizinisches Register)
- ASCA
- einzelne Versicherer wie Visana oder EGK etc.
Die KT-Landschaft ist stark verbandsorientiert.
Es gibt:
- Methodenverbände
- Dachverbände
- Ausbildungsverbände
- Registerstellen
- politische Lobbyorganisationen
www.atemfachverband-schweiz.ch
www.dakomed.ch
Die Berufsverbände vertreten:
- Tariffragen
- Anerkennung bei Versicherungen
- Weiterbildungspflichten
- Ethikrichtlinien
- politische Interessen gegenüber Bund/Kantonen
International ist die Schweiz relativ einzigartig:
· - verfassungsmässige Anerkennung der Komplementärmedizin
· - eidgenössische Diplome für KT und Naturheilpraxis
· - hohe Akzeptanz in der Bevölkerung
Das macht die Schweiz zu einem der am stärksten formalisierten KT-Märkte Europas.