Weiterbildung

Ohr und Kehlkopf

Wenn die Ohren singen und der Kehlkopf zum Empfänger wird

Der Kehlkopf ist ein Macher, der die Stimme produziert und die Ohren sind passive Empfänger, die bewerten, ob eine Stimme angenehm klingt, laut
genug ist oder über die richtige Tonhöhe verfügt. Diese landläufige Annahme lässt ausser Acht, dass physiologisch gesehen unser Ohr durch Nervenreize konstant
über körpereigene hörbare Frequenzen informiert wird, wie zum Beispiel über das „Stammhirngeräusch“ (Formatio reticularis). Dieses oft vergessene Phänomen steht
im Mittelpunkt dieses Tageskurses.

Inhalte

Unser Ohr ist das Sinnesorgan, das als erstes im Mutterleib ausgebildet wird. Kein anderer Ort in unserem Körper ist so geschützt wie unser Gehörzentrum.
Das liegt daran, dass sich im Ohr ebenfalls das Gleichgewichtsorgan befindet, ohne das wir uns gar nicht aufrecht bewegen könnten. Jeder
Muskel unseres Körpers steht in Verbindung mit dem Gleichgewichtsorgan (Orientierung). Der Resonanzbereich des Mittelohres liegt zwischen 800Hz-
8000Hz. Das Ohr liebt hohe Frequenzen. Es besteht eine enge Beziehung zwischen Ohr, Kehlkopf und Stammhirn (Geräuschhaftigkeit, Systemaufbau).
Daraus entsteht eine spannende Frage: Was geschieht mit Stimme und Körper, wenn das Ohr zum ausführenden Organ wird und der Kehlkopf
das Bedürfnis des Ohres nach hohen Frequenzen abdeckt? Der Kehlkopf hat eine regulierende Wirkung auf das gesamte Körpersystem und somit auch auf die Psyche.
Unter anderem, weil er nebst der Stimmerzeugung auch das Atemventil ist, welches für uns überlebenswichtig ist. Der Kehlkopf reguliert das Gewebe über Schwingungserzeugung und wird von der Schwingung darüber informiert, in welchem Zustand das Gewebe ist (ähnlich wie bei Fledermäusen und Delfinen, die mit einem Echolot arbeiten).
Zu Beginn ist es eine Veränderung meiner inneren Haltung: Was passiert, wenn ich auf mich höre, während ich singe oder spreche?
Der Kehlkopf wird sich höchstwahrscheinlich entspannen, da er nicht mehr als Macher im Fokus ist. Die Stimme verändert ihren Klang, wird angenehm und tragfähig, ohne dass ich mich muskulär
anstrengen muss. Das Ohr wird präsenter im Sinne von wach und lebendig.

Ziel und Zielgruppe

In diesem Tageskurs werden die TeilnehmerInnen über praktische Stimmübungen (Sprech- und Gesangsstimme,
je nach Wunsch) und klangorientierte Körperwahrnehmungsübungen der Beziehung von Ohr und Kehlkopf nachgehen. Insbesondere Menschen,
die ihre Ohren oder Hörfähigkeit, als problematisch empfinden sind herzlich willkommen. Der Kurs eignet sich auch für Alle, die sich für die Stimme und
ihre Auswirkung auf Körper und Psyche interessieren oder für diejenigen, die in einem pädagogischen, therapeutischen so wie künstlerischen Bereich tätig sind.
Dieser Zugang, über die eigene Stimme mit dem Körper in Dialog zu treten, beruht auf der „Funktionalen Methode“ des Lichtenberger Instituts für angewandte
Stimmphysiologie, Deutschland.

Voraussetzungen

Keine Vorkenntnisse erforderlich

Kosten CHF 270
Dauer 6 Stunden
Daten 1. Mai 2027
Zeit 10.00 - 17.00 Uhr

Leiterin

Münch Nicole

Nicole Münch beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit der menschlichen Stimme und deren Beziehung zu Körper und Psyche. Am Anfang aus rein künstlerischen Motiven (Gesang und Sprechstimme), später auch aus therapeutischer Sicht. Die gebürtige Zürcherin absolvierte 1998 bis 2001 eine Ausbildung zur Stimmpädagogin am «Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie» und erhielt von Gisela Rohmert das Lehrdiplom. Von Dr. Peter A. Levine erhielt sie 2007 das Diplom zum SOMATIC EXPERIENCING (SE) Practitioner. Ihre eigene Praxis befindet sich in Zürich, wo sie Stimmbildung für Sprecher*innen
und Sänger*innen anbietet, wie auch SE-Sitzungen und Supervision für SE-Therapeut*innen. Zudem arbeitet sie als Gastdozentin in der Erwachsenenbildung (Sprechstimme).

www.nicolemuench.ch

Anmeldung

Kontakt

LIKA GmbH
Dorfstrasse 1
5233 Stilli b. Brugg AG

Qualifikationen

Die Ausbildungskonzepte und die meisten Weiterbildungen entsprechen den Anerkennungsbestimmungen für TherapeutInnen beim EMR (Zulassung zur Krankenkassenabrechnung).

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